Ihr geistiges Alter beträgt 50 Jahre
Diesen Satz werden schon einige Benutzer des bekannten Spiels „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ gelesen haben. Auch wenn sie eigentlich noch weit von den 50 entfernt sind. Doch dieses kleine Spiel kann weit mehr, als nur das geistige Alter testen. Es kann helfen, das Gehirn mittels beinahe banalen Aufgaben auf Trab zu bringen. Doch was ist dran am „Gehirnjogging“?
Zählen Sie alle Sechsen. Schere, Stein, Papier. Behalten Sie die Position Ihrer Figur im Auge. Mit diesen und anderen scheinbar simplen Aufgaben soll das Gehirn des Menschen trainiert werden können. Verpackt in kleine elektronische Chips, die mit einer etwas weniger kleinen, in unterschiedlichen Farben erhältlichen Box verbunden werden, bietet dieses Training für den Geist offenbar nicht nur Denksport, sondern auch Unterhaltung. Dieser Verlockung kann ein guter Journalist natürlich nicht widerstehen, und so musste „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ einmal auf den Zahn gefühlt werden.
Das Spiel bietet verschiedene Aufgaben, um die Hirnmasse in Form zu bringen. Sei es ein Miniaturpiano, auf dem verschiedene Stücke nachgespielt werden müssen oder einfache Rechenaufgaben. Für die in der Mathematik weniger Begnadeten gibt es auch Buchstabensalat und ähnliche Aufgaben, Hauptsache ist, sie fordern die volle Konzentration des Spielers. Der Hersteller verspricht eine Verbesserung des Gedächtnisses und der Leistung des Gehirns des Benutzers, doch was ist am „Gehirnjogging“ dran?
Tatsächlich trägt das Spiel seinen Namen zu Recht. Denn genauso wie das Joggen im Wald kann das „Gehirnjoggen“ eine große Herausforderung sein. Neben den Aufgaben zum Wachhalten des Gehirns gibt es auch für das Gehirn entspannende Spiele, wie zum Beispiel eine abgewandelte Form des Klassikers Tetris und eine ganze Reihe Sudokus unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen.
Wenn man das Spiel eine Weile lang spielt (jeden Tag wird nach einer Aufgabe der Tag im Kalender abgestempelt), merkt man selbstverständlich eine Verbesserung im Bereich der Aufgaben. Übt man also wochenlang das Einsetzen von Rechenzeichen in einfachste Matheaufgaben, fällt einem dies immer leichter. Wunder des Gehirnjoggings oder einfach nur Übung?
Natürlich nur Übung, doch genau darauf baut das Spiel auf – durch das ständige Üben (und hier meine ich das monate- oder auch jahrelange Üben) rostet das Gehirn des Spielers nicht ein – was dem Sinn des „Joggens“ ja auch entspricht.
Die Berechnung des geistigen Alters werde ich hier außen vor lassen. Inwieweit das geistige Alter aufgrund von Rechenaufgaben und dem Merken, welche vierundzwanzig Zahlen sich an welchem Platz in einem Quadrat befinden, gemessen werden kann, muss wohl in einer Studie genauer überprüft werden ;-)
Der Reiz, bei den rund zehn verschiedenen Aufgaben eine möglichst hohe Punktzahl zu erzielen, das reine Gewissen, das man nach dem Spielen hat („Ich trainiere mein Gehirn und brauche deshalb keine Mathehausaufgaben zu machen“) und die unterhaltsame Kopie des Dr. Kawashima im Miniformat machen dieses Spiel zu etwas Besonderem. Die Frage, ob es sich lohnt, das Spiel zu kaufen, um das Gehirn zu trainieren, muss jeder für sich selbst klären. Mir macht es Spaß, außerdem stehe ich auf Sudokus – und das Spiel gehört sowieso meinem Bruder ;-). Übrigens habe ich es nach langem Training geschafft, mein geistiges Alter auf 20 Jahre zu verbessern – das Alter, bei dem man annimmt, dass das Gehirn am leistungsfähigsten ist.
Danke, Dr. Kawashima.


